Directly Enlarged

(DIREKTVERGRÖSSERUNGEN)


NEGATIVE DER NATUR

Direktvergrößerungen von Pflanzen und Insekten

Die Natur produziert seit Jahrmillionen ihre eigenen Negative.

Eine Blüte, durchleuchtet, wird zum Transparentbild. Ein Insekt, präpariert und in den Vergrößerer gelegt, offenbart Strukturen, die kein Makroobjektiv je zeigen könnte. Was entsteht, ist kein Foto von der Natur – es ist ein Foto durch die Natur.

Diese Arbeiten entstehen im Verfahren der kameralosen Fotografie: Pflanzen und Insekten werden nicht abgebildet – sie werden direkt übersetzt. Präparierte Objekte liegen anstelle eines Negativs im Vergrößerer und werden auf lichtempfindliches Farbfotopapier belichtet, anschließend im klassischen RA-4-Prozess chemisch entwickelt.

Da Farbfotopapier für die Belichtung von Negativen konzipiert ist, erscheinen die Motive in Komplementärfarben: Helle Bereiche werden dunkel, Farben kehren sich um – aus Rot wird Grün, aus Weiß wird Schwarz.

Die Technik wurde während des Studiums entwickelt und seither kontinuierlich verfeinert. Sie macht innere und äußere Struktur eines Organismus gleichzeitig sichtbar – den Aufbau eines Flügels, das Gefäßsystem eines Blatts, die Geometrie eines Samens.

Da keine Kamera verwendet wird, lassen sich die Objekte nahezu verlustfrei vergrößern – ohne Korn, ohne Pixel, ohne Grenze.

Jedes Bild ist ein chemisches Original. Nicht reproduzierbar. Nicht wiederholbar.

Die Arbeiten bewegen sich zwischen Fotografie, Naturwissenschaft und autonomem Kunstwerk.